Vorschriften bei privaten Darlehensverträgen

Beim privaten Verleihen von Geld sollte unbedingt zwischen Darlehensgeber und Darlehensnehmer ein Vertrag geschlossen werden. Es ist hierbei das private Verleihen zwischen Bekannten oder Familienmitgliedern gemeint, nicht die Verträge, die über P2P-Plattformen geschlossen werden. Diese werden durch die Betreiber des Portals ausgefertigt und genügen allen rechtlichen Vorschriften.

Selbst die Schriftform ist nicht zwingend

Formvorschriften für diesen privaten Kreditvertrag gibt es nicht. Vernünftige Menschen werden diese anstreben, im ernsthaften Streitfall gilt der Vertrag aber auch per Handschlag als geschlossen, ein Gericht wird auf Treu und Glauben einen marktüblichen Zins und sonstige gängige Konditionen annehmen. Die Schriftform bringt zweifellos mehr Sicherheit, allein schon der Fakt einer Schenkung kann im Streitfall nicht mehr vorgebracht (oder auch bestritten) werden. Die Muster für solche privaten Darlehensverträge liegen im Internet vor, sie können im Grunde beliebig angepasst werden.

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Es herrscht Vertragsfreiheit

Das betrifft insbesondere die Ausgestaltung der Zinsen, Rückzahlungs- und Kündigungsfristen. Hier sollten sich die Parteien genau einigen, Zinsen beispielsweise könnten durchaus auch variabel gestaltet werden, auch wenn das sehr unüblich sein dürfte. Der praktischste Weg für die Zinsrechnung ist die Verwendung eines Online-Tools, welches den effektiven Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit bei einem vorgegebenen Nettokreditbetrag berechnet. Sollte es jedoch Tilgungsaussetzungen geben, müssen sich die Parteien darüber einigen, wie dann zu verfahren wäre. Auch Sanktionen und Pfänder müssen festgelegt werden.

Inhalt eines privaten Darlehensvertrages

Neben den Adressen beider Parteien und der Nettokreditsumme, deren Empfang entweder zu quittieren ist oder aus einer Überweisung hervorgeht, gehören in den Darlehensvertrag:
-Mögliche Details wie Auszahlungsmodalitäten oder Verwendungszweck
-Besicherung zum Beispiel durch ein Kraftfahrzeug inklusive Übergabe des Kfz-Briefes
-Tilgungsintervall und Laufzeit, mögliche Tilgungsaussetzungen
-Kontodaten
-Höhe des Zinssatzes nominell und effektiv
-Kündigungsmöglichkeiten beiderseits

Die Kündigung ist ohne Fristsetzung per Gesetz mit Dreimonatsfrist möglich (§ 488 Absatz 3 BGB)

Zinslose Darlehen können vom privaten Darlehensnehmer jederzeit vollständig zurückgezahlt werden. Zu beachten ist bei einem privaten Darlehensvertrag, dass der Kreditgeber gewerblich tätig wird und auf die Zinsen – seinen Gewinn – Abgeltungssteuer + Soli + gegebenenfalls Kirchensteuer zahlen muss, also die Steuern wie auf jeden gewöhnlichen Kapitalertrag.

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