Der Zinssatz beim Dispo richtet sich nach den am Markt üblichen Zinsen

Kredite – Unterschied zwischen kurzfristig und langfristig

In der Finanzwelt wird grundsätzlich zwischen lang- und kurzfristigen Krediten unterschieden. Das langfristigste Darlehen finden Sie im Bereich der Immobilienfinanzierung. Da es sich im Normalfall um eine sehr große Summe handelt, wird ein Hypothekendarlehen in der Regel auf 30 Jahre kalkuliert. Eine weitere Form eines langfristigen Kredits, den Sie sicherlich kennen, ist der Ratenkredit. Die Laufzeit dieser Kreditart liegt zwischen 12 und 84 Monaten. In Ausnahmefällen werden auch Kredite mit Laufzeiten von 120 Monaten oder mehr genehmigt. Dieses Privileg wird allerdings nur den Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst unter Ihnen gewährt.

Mit dem Dispo-Kredit jederzeit flexibel sein

Wenn Sie ein Girokonto führen, dann ist Ihnen die Bezeichnung Dispo geläufig. Dispo steht als Abkürzung für Dispositionskredit und ist das Beispiel für ein kurzfristiges Darlehen. Der große Unterschied zu den langfristigen Krediten ist, dass der Dispo keine feste Laufzeit und keine vertraglich vereinbarte Monatsrate beinhaltet. Den Dispositionskredit können Sie nur in Kombination mit Ihrem laufenden Konto in Anspruch nehmen. Es handelt sich dabei um einen Verfügungsrahmen, den Ihnen Ihre Hausbank aufgrund bestimmter Kriterien einräumt. Innerhalb dieses Rahmens können Sie Ihr Girokonto überziehen. Ihre Hausbank gewährt Ihnen gleichzeitig einen günstigeren Sollzinssatz.

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Die Rückzahlung kann jederzeit und in beliebiger Höhe erfolgen

Die Sollzinsen beim Dispo-Kredit werden anders als bei langfristigen Finanzierungen nicht festgeschrieben. Der Zinssatz beim Dispo richtet sich nach den am Markt üblichen Zinsen und ist somit flexibel. Demnach richtet sich die Höhe der zu zahlenden Zinsen nach dem vom Verfügungsrahmen in Anspruch genommenen Betrag. Dabei handelt es sich um eine reine Zinszahlung ohne Tilgungsanteil.

Die anfallenden Zinsen beim Dispo-Kredit können sehr hoch ausfallen

Aufgrund der Zuordnung zu den kurzfristigen Darlehen ist die in Rechnung gestellte Zinszahlung verglichen zu einem langfristigen weitaus höher. Aus dem Grund sollten Sie den Dispositionsrahmen nur in Anspruch nehmen, wenn Sie diesen auch kurzfristig wieder ausgleichen können.

Überziehungskredit – wenn der Dispo nicht reicht

Ihre Bank ist übrigens nicht verpflichtet, Auszahlungen von Ihrem Konto zu genehmigen, die den vereinbarten Dispositionsrahmen übersteigen. In vielen Fällen geschieht dieses jedoch aus Kulanz. Sie sollten aber unbedingt berücksichtigen, dass die Sollzinsen bei Überschreitung Ihres Dispo-Limits dreimal höher sein können. Außerdem wird Ihre Bank die Entwicklung auf Ihrem Girokonto ganz genau beobachten.

Kontoüberziehungen sollten vorher mit der Bank abgesprochen werden

Sollten Sie nicht in der Lage sein, Ihr Konto kurzfristig wieder innerhalb Ihres Verfügungsrahmens zu bringen, können Sie davon ausgehen, zu einem klärenden Gespräch bei Ihrem Bankberater eingeladen zu werden. Daher sollten solche Kontoüberziehungen die absolute Ausnahme bleiben. Gut beraten sind Sie, wenn Sie in einer solchen Situation aktiv auf Ihre Bank zugehen.

Die günstige Alternative zum Dispo – der Abrufkredit

Auf das Prinzip des Verfügungsrahmens baut auch ein weiteres, der Kategorie der kurzfristigen Kredite zugeordnetes, Finanzierungsprodukt. Dieses Produkt wird gern als Abrufkredit bezeichnet. Genauso wie beim Dispositionskredit wird Ihnen als Kontoinhaber ein Kreditrahmen nach vorheriger Prüfung der Bonität gewährt. Bei dieser besonderen Form eines Kredits gibt es logischerweise keine Laufzeitvereinbarung. Die Sollzinsen sind zwar günstiger als auf einem Girokonto, allerdings auch flexibel und von den jeweiligen Marktbedingungen abhängig.

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