Wie wird ein bonitätsunabhängiger Ratenkredit vergeben?

Unterschied zwischen einem bonitätsunabhängigen und bonitätsabhängigen Ratenkredit

Der Ratenkredit, der bonitätsunabhängig vergeben wird, weist einen festen Zinssatz auf, der für alle Kreditnehmer gleich ausfällt, während sich bei den bonitätsabhängigen Krediten der Zinssatz individuell nach der Bonität des jeweiligen Kreditnehmers richtet. Die bonitätsunabhängigen Kredite werden nach der 2/3-Regel vergeben, das bedeutet der Zinssatz ist so gestaltet, dass mindestens 2/3 der Antragsteller den Kredit auch erhalten.

Was bedeutet die Bonität?

Ein Kreditnehmer verfügt über eine bestimmte Bonität, die sich aus seinem Beruf, seinem Einkommen und seinen sonstigen Zahlungsverpflichtungen wie Miete, Unterhalt, feste Kosten für Telefon und Energie sowie eventuellen Ratenverpflichtungen errechnet. Auch die Einhaltung früherer Zahlungsverpflichtungen wird bei der Beurteilung hinzugezogen. Hierüber werden bei jeden Bürger, der bereits Ratenkredite getätigt hat oder Telefonverträge abgeschlossen hat, Daten bei der Schufa gespeichert. Die Kreditgeber ermitteln daraus dazu eine Bonitätsstufe für jeden Kreditnehmer, eingebürgert haben sich in Deutschland die Stufen A – H. A steht hierbei für die höchste Bonität, der Kreditgeber kann davon ausgehen, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit des Kredites bei weniger als 0,1% liegt. Stufe H bedeutet eine schwache Bonität.

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Die Zinsen beim Ratenkredit sind von der Bonität abhängig

Wenn ein Ratenkredit bonitätsabhängig vergeben wird, richten sich die Zinsen für den jeweiligen Kreditnehmer auch nach seiner Bonität, die das Kreditinstitut aus den Angaben der Selbstauskunft und eventuellen Schufa-Einträgen errechnet. Das bedeutet, zwei verschiedene Kreditnehmer können für einen Ratenkredit in gleicher Höhe, mit gleicher Laufzeit unterschiedliche Zinsen und damit unterschiedliche Raten zahlen.

Wie funktioniert der bonitätsunabhängige Ratenkredit?

In diesem Fall werden die Zinsen in ihrer Höhe für jeden Kreditnehmer gleich berechnet. Es entstehen unterschiedlich hohe effektive Zinsen nur noch durch eine kürzere oder längere Laufzeit und gegebenenfalls die Höhe des Kredites. Der Nominalzins ist hingegen von vornherein festgelegt. Daher spricht man von Festzinskredit. Dennoch macht sich der Kreditgeber ein Bild von der Bonität des Kreditnehmers und startet auch eine Schufa-Abfrage, wenn er dies in seinen Bedingungen nicht ausschließt (der schufafreie Kredit). Sollte die Bonität zu schwach ausfallen, ist es möglich, dass der Kreditnehmer keinen Ratenkredit erhält.

Zinsen werden nach der 2/3-Regel vergeben

Die Zinsen für bonitätsunabhängige Kredite werden jedoch so berechnet, dass 2/3 aller Antragsteller den Kredit erhalten (2/3-Regel). Ein Kreditantragsteller kann auf den bonitätsunabhängigen Kredit zurückgreifen, wenn er bei bonitätsabhängigen Krediten Angebote mit sehr hohen Zinsen erhalten hat.

Bei Selbständigen sind die Zinsen oft sehr hoch

Bei Selbstständigen ist das oft der Fall, einfach durch ihren Berufsstatus. Hier gibt es Angebote von bonitätsabhängigen Krediten mit 15% und mehr Zinsen, während bonitätsunabhängige Kredite oft schon ab 5,5% Sollzinsen, bei kürzeren Laufzeiten etwas über 6,0% effektiven Zinsen angeboten werden.

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