Bankdarlehen mit Bausparvertrag

Bausparen, eine sinnvolle Kombination zur Hausfinanzierung

Beim Hauskredit mit Bausparvertrag hat der Sparer mit einer Bausparkasse einen Sparvertrag über ein Baudarlehen abgeschlossen, für das eine Ansparleistung eingezahlt wurde – den sogenannten Bausparvertrag. Diese Form des Sparens auf Wohneigentum wird staatlich gefördert und unterliegt bestimmten Rahmenbedingungen. Diese betreffen die Zeit des Ansparens und die Zinsen für die Ansparleistung und das spätere Darlehen.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Im Bausparvertrag wird eine Gesamtsumme festgelegt, die zur Finanzierung des Wohneigentums dient. Von dieser Summe spart der Anleger einen bestimmten Prozentsatz an, in der Regel zwischen 40 bis 50 Prozent der gesamten Bausumme. Der Bausparvertrag erlangt nach dieser Ansparzeit – meist rund sieben bis acht Jahre – die Zuteilungsreife, die Bank gewährt den Rest der Bausparsumme als Darlehen. Auf dieses Darlehen hat der Bausparer einen Rechtsanspruch, dieser Anspruch kann sogar vererbt werden.

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Die Vorteile der vermögenswirksamen Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen für Arbeitnehmer (Arbeitnehmersparzulagen, Wohnungsbauprämie) können in den Bausparvertrag mit einfließen, das ist auch sehr sinnvoll, sie werden dann steuerlich gefördert. Bei Vertragsabschluss wird ein Bauspartarif festgelegt, der die Zinssätze für die Ansparsumme und das Darlehen bestimmt.

Des Weiteren enthält der Bausparvertrag folgende Details:

-Ansparzeit
-Tilgungszeit
-Mindestvertragsdauer
-Mindestguthaben bei Zuteilung
-Regelspar- und Tilgungsbeiträge
-Abschlussgebühr

Die Bausparkasse bietet unterschiedliche Tarife an

Standardtarife laufen in der Regel über 18 bis 20 Jahre, Schnellspartarife können schon viel eher zuteilungsreif werden. Langzeittarife dehnen die Zeit auf bis zu 30 oder 35 Jahre aus, variable Tarife sind mit veränderlichen Zinssätzen ausgestattet. Es ist theoretisch sogar möglich, kurz vor dem Beginn eines Hausbauprojektes einen Bausparvertrag abzuschließen und die zwangsläufig fehlende Ansparleistung über einen weiteren Kredit zu finanzieren, dabei gleichzeitig in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen. Das ist allerdings meist teurer als der übliche Weg mit einer jahrelangen Ansparphase.

Die Phasen des Bausparvertrages

Der Bausparvertrag teilt sich in die drei Abschnitte Sparphase, Zuteilung und Darlehensphase.

1. Die Sparphase

Zunächst spart der Anleger das Mindestsparguthaben an, wofür ein Regelsparbetrag zwischen 3 bis 10 Promille der gesamten Bausparsumme festgelegt wird. Für die Berechnung: Bei einer Bausparsumme von insgesamt 100.000 Euro wären 3 Promille also ein Monatsbeitrag von 300 Euro. Diese Summe aufzubringen gehört zum Vertrag, den die Bausparkasse bei Nichtbesparung auch kündigen könnte. Diese Summe wird laut Vertragsbedingungen verzinst. Bei der Festlegung der Zinsen korrelieren Anspar- und spätere Darlehenszinsen, es kann beides eher hoch oder niedrig gewählt werden. Bei einigen Spezialtarifen gewährt die Bausparkasse in der Ansparphase variable Zinsen dergestalt, dass sie sich in mehreren Stufen erhöhen. Das soll den Sparer motivieren.

2. Die Zuteilung

Der zweite Abschnitt, die Zuteilung des Bausparvertrages, bedeutet, dass der Bausparer sein angespartes Guthaben ausgezahlt bekommt und zusätzlich das vereinbarte Darlehen in Anspruch nehmen kann. Grundsätzlich ist er dazu nicht verpflichtet, er kann sich das Geld auch auszahlen lassen, bei Bausparern über 25 Jahren entfallen dann aber die staatlichen Förderungen (Neuregelung seit dem Jahr 2009). Ein Bausparvertrag sollte also wirklich mit dem Ziel des Wohneigentums abgeschlossen werden. Die Zuteilungsvoraussetzungen hängen von der erreichten Ansparsumme und zusätzlich von bankinternen Bedingungen ab, die Bank teilt abgeschlossene Verträge den Bausparern der Reihe nach zu. Daher sich kann der Zuteilungszeitpunkt stets um ein Vierteljahr verschieben. Es gibt sogenannte Bewertungszahlen, nach denen die Banken das Guthaben zuteilen.

3. Die Darlehensphase

Der dritte Abschnitt des Bausparvertrages ist die Darlehensphase, nun erhält der Bausparer das vertraglich festgelegte Bauspardarlehen und kann sein Wohnprojekt finanzieren. Der Zinssatz wurde hierfür bereits bei Abschluss des Vertrages festgelegt. In Niedrigzinsphasen – wie im Jahr 2012 der Fall – kann ein Bausparvertrag immer mit niedrigem Darlehenszins abgeschlossen werden, selbst wenn dadurch der Ansparzins auch niedrig ausfällt. Die Ansparsumme ist schließlich meist etwas niedriger als die Darlehenssumme, dadurch profitieren Bausparer eher von niedrigen Zinsen. Auch sind die Darlehenszinsen etwas höher als die Sparzinsen, auch unter diesem Aspekt sind insgesamt niedrige Zinsen – für das Darlehen und damit korrelierend die Ansparsumme – für den Bausparer günstiger.

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